Wilhelm Anton Steup wurde am 6. Mai 1869 in Eichenstruth geboren, als Sohn des Wilhelm Karl Steup und seiner Ehefrau Pauline, geb. Schütz.

Der Vater lebte als Land- und Bergmann, auch Feldhüter und Maurer in Eichenstruth. Er war nassauischer Soldat und erhielt als solcher für seinen Einstand 500 Gulden. Nach der Einverleibung Nassaus in das Königreich Preußen im Jahre 1866 diente er im 2. Nassauischen Infanterie-Regiment 88 in Mainz1) und war Mitkämpfer in den Feldzügen von 1866 und 1870/71. Im Feldzug 1870/71 gegen Frankreich machte er die Schlachten bei Weißenburg und Wörth und die Belagerungen von Sedan und Paris mit. Für beide Feldzüge besaß er die hierfür gestifteten Kriegsdenkmünzen. Als Kriegsinvalide bezog er vom 15.3.1875 ab eine monatliche Rente von 30 RM. Außerdem war im Besitz des Zivilversorgungsscheins. Infolge Verzichtleistung auf Zivilversorgung wurde die Rente vom 1. April 1893 ab auf 36 RM monatlich erhöht. Er starb am 24. Juni 1897 in Eichenstruth und wurde im Volksmund "Fusse Schworzer" genannt.

Der Sohn Wilhelm Anton erlernte das Maurerhandwerk und war 14 Jahre lang als Polier bei einer Siegener Baufirma tätig. Im Jahr 1908 baute er sich am Bahnhof in Höhn an und gründete dort auf eigene Rechnung ein Baugeschäft. Außerdem befaßte er sich daselbst mit der Herstellung und Zurichtung von Kunststeinen und Zementwaren sowie mit der Anfertigung von Grabdenkmälern usw.

Verheiratet war er in erster Ehe seit 2. November 1890 in Höhn-Schönberg mit Elisabeth Kexel, geb. 12. Oktober 1871 in Hellenhahn, Tochter des Bergmanns Ludwig Kexel und seiner Ehefrau Elisabetha, geb. Henrich in Oellingen.

Im Oktober 1903 stirbt seine Ehefrau im Alter von 32 Jahren.

Kinder waren:

  1. Rosa Steup, geb. 21. Dezember 1890 in Oellingen

  2. Willibald Steup, geb. 18. September 1892 in Oellingen, Maurer und Oberheizer beim Kraftwerk (EWAG) in Höhn, verh. seit 17. April 1920 mit Ottilie Karoline Schütz, geb. 5. März 1899 in Eichenstruth, Tochter der Eheleute Bergmann Albert Schütz und Wilhelmine, geb. Künkler zu Eichenstruth.

  3. Adolf Steup, geb. 28. April 1894 in Oellingen. Er stand im ersten Weltkrieg an der Kampffront im Westen und geriet im Juli 1918 in amerikanische Gefangenschaft, aus der er im Oktober 1919 heimkehrte. Während der Gefangenschaft wurde er gemeinsam mit anderen Gefangenen in der Nähe von Bordeaux in einem kleinen Hafen mit dem Ein- und Ausladen von Schiffsgütern beschäftigt. Besitzt das EK II und das Frontkämpferkreuz mit Schwertern. Er hat das väterliche Geschäft übernommen und führt es weiter. Seit 27. Oktober 1920 ist er mit Elise Gerz verheiratet, geb. 3. Dezember 1895 in Pottum, Tochter des Fuhrmanns Josef Gerz und seiner Ehefrau Anna, geb. Jex zu Pottum, Kreis Westerburg. Die Ehe blieb kinderlos.

    1. Die Eheleute haben als Adoptivkind die am 15. März 1926 in Limburg geborene Gertrud Kapp angenommen. Der Vertrag über die Annahme an Kindesstatt wurde am 26. Januar 1933 in Limburg vor dem Notar Anton Dillmann abgeschlossen und von dem Amtsgericht in Marienberg bestätigt

  4. Lina Steup, geb. 20. Juli 1895 in Oellingen

  5. Emma Steup, geb. 31. Oktober 1897 in Oellingen

  6. Heinrich Steup, geb. 6. August 1900 zu Oellingen, Metzgermeister zu Höhn, verh. seit 6. Juni 1922 in Limburg mit Katharina Jung, geb. 23. Februar 1901 in Fachbach (Lahn), Tochter des Formers Jakob Jung und seiner Ehefrau Maria, geb. Lang in Fachbach. Er hat am 16. Juli 1934 in Marienberg mit gutem Erfolg die Meisterprüfung für das Metzgerhandwerk bestanden. Wurde mit Beginn des zweiten Weltkrieges (1939-45) zur Wehrmacht eingezogen und hat bei der Infanterie in Frankreich gekämpft, wo er im September 1944 in englische Gefangenschaft geriet, aus der er am 11. April 1946 zur Entlassung kam. Anschließend betrieb er mit zwei Pferden ein Fuhrgeschäft in Höhn, das er wieder aufgab, nachdem ihm später (1948) die Möglichkeit zur Inbetriebnahme der früheren Schlächterei gegeben war und der Wiedereröffnung des Metzgerladens nichts mehr im Wege stand.

  7. Karl Steup, geb. 2. April 1903 in Oellingen, gest. 11. Juli 1903 ebenda

Am 25. Mai 1904 heiratet Wilhelm Anton in zweiter Ehe die am 25. November 1874 geborene Helene Benner, Tochter des Johannes Benner und seiner Ehefrau Elisabeth geb. Hölper.

Mit ihr hat er weitere 4 Kinder:

  1. Ottilie Martha Steup, geb. 02. Februar 1905 in Oellingen

  2. Anton Steup, geb. 16. September 1906 in Oellingen, gest, 25. Dezember 1924 in Oellingen

  3. Robert Steup, geb. 24. Oktober 1909 in Oellingen, gest. am 6. April 1910 in Oellingen

  4. Frieda Rosa Steup, geb. 31. Mai 1915 in Oellingen

 

Wilhelm Anton Steup stirbt am 15. Februar 1920 im Alter von 50 Jahren.I4533 Steup Wilhelm Versteigerung

Seine Erben versteigern im Juli 1920 sein am Bahnhof in Höhn gelegenes Wohnhaus mit 11 Räumen, Stallung und Scheune.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1) In der Nassauischen Armee führte der Verband die Bezeichnung 2. Infanterie-Regiment. Der Wunsch Napoleons nach mehr Soldaten hatte am 13. August 1808 zur Bildung des Regimentes aus dem 2. nassauischen Bataillon (Jägerbataillon) und dem 3. nassauischen Bataillon (leichtes Jägerbataillon) geführt. Jedes Bataillon bestand danach aus je einer Grenadier-, vier Füsilier- und einer Voltigeurkompanie. Grundlage der Dienstgradabzeichen und Ausbildung war das österreichische Reglement. 1809 führte man französische Vorschriften und Dienstgradabzeichen ein.

 

 

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